07/05/2020
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Die Europameisterschaft 2020 steht vor der Tür. Doch wie gut oder schlimm ist Fußballtourismus für die Umwelt? Der CO2-Fußabdruck beginnt schon bei der Herstellung der Rohstoffe, die für die Herstellung des Balls verwendet werden. Die im Herstellungsprozess verwendete Energie, der Transport von Rohstoffen und Endprodukten rund um die Welt üben gewissen Einfluss auf die Umwelt aus. Die meisten der in modernen Fußbällen enthaltenen Rohstoffe werden letztendlich aus Öl hergestellt, obwohl ein Teil der Klebstoffe und Textilien auch aus natürlichen Quellen stammen könnte.

Die meiste moderne Sportbekleidung besteht aus leichten synthetischen Materialien –typischerweise Polyester – und da Polyester eine Art von PET-Kunststoff ist, wird der Hauptrohstoff für Fußballtrikots aus Öl gewonnen. Zu Umweltauswirkungen kommt es sowohl wenn Öl aus dem Boden extrahiert und zu Kunststoffen veredelt als auch wenn gebrauchte Kunststoffe zu neuen Materialien recycelt werden. Anschließend muss die Energiemenge erwähnt werden, die zur Verarbeitung dieser Kunststoffe zu Polyesterfasern verwendet wird. Hinzu kommt auch der Färbeprozess, aber auch die Herstellung von Farbstoffen sich. Nicht zu vergessen sind Transportemissionen, die mit globalen Lieferketten und Logistik verbunden sind sowie der Energie- und Wasserverbrauch von Waschmaschinen, da die Kleidungsstücke unzählige Male gewaschen werden. 

Umweltbelastung durch den Fußballtourismus wächst

Die Umweltauswirkungen des eigentlichen Spiels lassen sich aber nur schwer in Zahlen oder Worten zusammenfassen. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass Fanreisen die mit Abstand bedeutendste Auswirkung auf die Umwelt haben, vor allem bei Ereignissen wie der Europa- oder Weltmeisterschaft. Das Fliegen produziert sehr hohen Kohlenstoffgehalt. Zehntausende von Fans fliegen wegen Fußball um die Welt. Die Weltmeisterschaft ist nur ein Beispiel der gesamten Umweltbelastung durch den Tourismus, der jüngsten Schätzungen zufolge rund 8 Prozent der gesamten globalen Treibhausgasemissionen ausmacht.

So wie die Athleten beim größten Wettkampf antreten, träumen die Städte von einer Belebung Ihrer Straßen und Strände, einer verbesserten Wirtschaft und einer besseren Lebensqualität für die Bewohner. Die Erfahrung der Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die Austragungsstädte nicht immer soziale und wirtschaftliche Vorteile aus diesen Veranstaltungen ziehen. Stattdessen erzeugen diese großen Sportereignisse erhebliche unvorhergesehene oder zumindest nicht berücksichtigte Umweltfolgen. Die Folgen für die Umwelt reichen vom Bau neuer Stadien, Hotels, Parkplätze und anderer Infrastruktur bis hin zur Eröffnung neuer sanitärer Einrichtungen und Toiletten. Nicht zu vergessen sind riesige Haufen von Müll und Lebensmittelabfällen, der Energieverbrauch für die Stromversorgung des Stadions oder der Wasserverbrauch für Toiletten und die Bewässerung der Felder.

Mittel zum Zweck

Der Ehrgeiz, ein Megasportereignis auszurichten, regt die Städte dazu an, ihre Regeln für die Stadtentwicklung und -umstrukturierung zu lockern. Dies kann an dem kurzen Zeitraum liegen, in dem die Veranstaltung stattfindet, oder daran, dass die Städte erheblichem Druck ausgesetzt sind, um ihre Verpflichtungen für die Veranstaltung zu erfüllen.

So haben beispielsweise Politiker in Rio de Janeiro im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Spiele 2016 in Brasilien „Blitzstimmen“ durchgeführt, mit denen die gesetzgebende Versammlung Notstandsgesetze durchsetzen konnte, um das Alkoholverbot in Brasilien aufzuheben und die Gesetze zum Schutz der historischen Architektur und des Erbes bestimmter bestehender Stadien aufzuheben. Diese Notstandsgesetze wurden ohne die übliche obligatorische öffentliche Debatte gebilligt, was zum Abriss zweier historischer Gebäude führte – des Sambodromo- und des Maracana-Stadions – und zu ihrem Ersatz durch ein neues Stadion. 

Klaus

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